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Donnerstag, 8. Januar 2009

solemn vigil (Mahnwache)

After I read on the bombing of the UN school in Gaza yesterday, I decided that I need to do something - at home and try to bring some tiny little more awareness to the city I live in. We gone have a solemn vigil or Mahnwache (in German) Friday 9.1.09 at 5pm at the Universitätsplatz in Fulda.
What I want to do? To give a voice to the voiceless at home - try to get some more support for international human rights and some more actions against international law violations - support for civilians which are the victims of that fighting. I also want to remember the resistance fighters and the soldiers suffering under their governments decisions. That might be an uncommon view, but still they are humans. Don't tell me anything, that they could decide against the participation, yes they could, but they didn't. I know that there are many more arguments I should consider - but fuck one dead person is one to much.

I hope some people gone be in Fulda on Friday, lighting some candles and asking the by passers some good questions.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

?

I don't know what to write, just as I am starting to write I am watching the news and seeing about the eviction of settlers from a house in Al Khalil/Hebron. I should write about that, but what could I say? The Israeli government and its security forces are unable to control the settlers, especially because they are armed and shoot at anyone they want. The Israeli supreme court ruled out that the "house of peace" should be evacuated until another court can decide who owns the house. The settlers claim that they bought from a Palestinian which says that he stepped back in the final negotiations.
Keep in mind, that you have a population of about 60.000 Palestinians living in Hebron, around 400 to 500 settlers living in the city centre which are protected by about normally 2500 soldiers. The settlers claim to live in the city because of the patriarchs graves which are lying under the Ibrahimi Mosque.
SZ zur Lage in Hebron.

Eigentlich
wollte ich über meine letzten Tage schreiben, aber die Geschehnisse machen es schwer. Die Situation im Gazastreifen ist unverändert, nur Journalisten dürfen wieder in den Streifen und angeblich medizinisch wichtige Fälle haben die Möglichkeit aus oder in den Gazastreifen zu kommen. Heute war in Ramallah eine winzig kleine Demonstration, die auf die Situation in Gaza aufmerksam machen sollte. Die Palästinenser waren sehr enttäuscht, dass nur so wenige Menschen gekommen sind, insgesamt waren wir vielleicht 100 oder 120 Menschen, auch ein ganzer Schwung Internationale.
Hier ein Bild davon

Von Mix


Eines der Poster scheint die Ankündigung der UN zum 60 jährigen Bestehen der Menschenrechtserklärung zum Anlass zu nehmen, nochmal darauf hinzuweisen, dass Aktionen mehr zeigen als Worte und fordert endlich ein Handeln entsprechend der weitreichenden Erklärungen. Deswegen sind wir im Rahmen der Demo auch zum Büro der Europäischen Union und zum Büro der UN in Ramallah gezogen um dort unsere Forderungen nach politischen Aktionen gegen die Abriegelung des Gazastreifens vorzubringen. Hoffen wir dass es etwas bringen wird.

Von Mix

Wie ihr aus den vorigen Sätzen entnehmen könnt bin ich gut wieder in Ramallah angekommen. Meine Sorgen über den Grenzübertritt haben sich in Luft aufgelöst. Wahrscheinlich nicht zu letzt weil ich ihnen eine schöne Geschichte aufgetischt habe. Ich sagte dass ich meine lieben Freunde in Israel besuchen gehe, sie wollte dann eine Telefonnr sehe, gut dass ich irgendeine Nr hatte die ich ihnen zeigen konnte. Außerdem ist Weihnachten im Heiligen Land ja auch so besonders wichtig, deswegen habe ich meinen Flug umgebucht. Als sie danach fragten ob ich nach Betlechem, Schechem, Ramallah oder Nablus gehen würde, habe ich sie nur blöd angeschaut und gefragt ob das nicht gefährlich sei. Mein Gesichtsausdruck scheint das richtige ausgedrückt zu haben. Ein bisschen nervös wurde ich dann, als sie ein biometrisches Foto von mir gemacht haben und meine Fingerabdrücke nahmen, wer was passiert wenn sie mich mal auf einer Demo fotografieren und mich dann zuordnen können. Vielleicht sollte ich auf der nächsten Demo auch das typische Pali Tuch um meinen Kopf binden :-)

Amman als Stadt hat mich nicht wahnsinnig beeindruckt, vielleicht war ich auch voreingenommen, da die meisten meiner Palästinensischen Freunde Jordanien nicht mögen. Das liegt hauptsächlich an der Rolle die Jordanien und sein Einwohner (75% Palästinenser) in dem ganzen Konflikt spielen. Aber das ist ein neues Thema, vielleicht ein anderes mal.
Genossen habe das rumhängen, lesen, Party machen (habe schon lange nicht mehr so viel getanzt, war glaube ich um 5 Uhr erst daheim, auf jeden Fall habe ich noch das Morgengebet des Imman gehört), Leute treffen.
Das Highlight war für mich das Klettern im Wadi Rum.



Das Tal ist der Hammer. Eine Ruhe die habe ich noch nicht "gehört", zumindest nicht in der Natur. Vielleicht hört man einen Vogel oder ein anderes Tier, aber ansonsten nur das knirschen des Sands unter den Füßen, das Atmen. Die Steine und Felsen findet man in jeglicher Formation, einzelne Büsche suchen ihren Halt im Sand und die Sonne zaubert vielfältigste Schatten in die Landschaft.

Von Mix

Ein paar Tage bevor ich nach Amman gegangen bin war mit einer Freundin im Wadi Quelt, welches Jerusalem mit Jericho verbindet. Ebenfalls ein tolle Gebiet, besonders zum Wandern. Das besondere dort ist, das es ein uraltes Wassersystem gibt, welches Wasser nach Jericho transportiert, an manchen Stellen ist es nicht mehr ganz dicht, dort entstehen dann solche Flecken.

Von Mix

Heute war ich mal in Jerusalem, nicht lange, irgendwie zieht es mich nicht so dort hin, zumindest nicht im Moment. Ich habe nach ein paar Büchern geschaut und dann witziger Weise gerade eines in der Hand gehalten "An Israeli in Palestine" by Jeff Halper, als der Autor selber in den Laden kam. Habe es mir dann gleich mal signieren lassen. Ich habe ihn vor 5 Jahren getroffen, als ich das erste mal hier war. Halper works for the Israeli committee against house demolition

Noch zwei Links aus der Süddeutschen Zeitung, einer über Hebron und einer über Palästinenser in Israel Danke M für den Tipp

Das soll mal reichen für heute, schaut fleißig Nachrichten und überlegt mal was in der Welt mit Menschen passiert. Haben wir damit etwas zu tun?

Freitag, 7. November 2008

Obama - und jetzt?

Obama wurde vor drei Tagen neuer Präsident der USA - und jetzt? Die Reaktionen hier sind vielfältig, heute war ich einem Resturant, dort hing ein Foto von Obama, sie sind begeistert von ihm, aber die durchschnittliche Meinung ist wohl, dass sich nicht viel ändern wird. Condoleca Rice hat das heute auch gleich klar gemacht, dass es bis Januar nichts neues geben wird. maannews schreibt mehr zu ihrem Besuch bei Abbas.

Zu den Wahlen haben Freunde von mir einige palästinensische Nachrichtenagenturen besucht um zu sehen wie die Ereignisse dort gesehen werden, ich empfehle euch den Artikel sehr, ist interessant - auch die sich anschließenden Kommentare Palestinians on Obama, by Dan and Chloé

Was
ich heute erlebt habe? Nichts wahnsinnig neues, ich war nur mal wieder bei einer Demo, auf die ich nicht gedurft hätte. Israelisches Militär hat mir und zwei Freunden den Zutritt zu dem Dorf verwehrt, aus Sicherheitsgründen. Wir saßen in einem TV Auto des palästinensischen Fernsehens. Wir wollten dann eigentlich ein Stück die Straße zurück laufen, wie das die meisten internationalen machen und durch die Olivenbäume laufen, aber das haben die Soldaten natürlich gesehen und uns zurück gepfiffen und gesagt wenn wir sie uns heute noch mal sehen, dann gehts ins Gefängnis. Keine Sorge, so schnell geht das nicht, dass ist nur eine der typischen Drohgebärden. Nach dem wir dann einen Palästinenser auf der Straße angehalten haben, der uns auf einem Umweg ins Dorf gebracht haben - war ca. 30 min Fahrt - sahen wir gerade wie eine Frau in ein kleines Ambulanzzimmer getragen wurde. Eine Dänin wurde von einem Tränengaskanister am Unterarm getroffen, eine ca. 3 cm im Durchmesser und 1 - 1,5cm tiefe Wunde. Das ist nicht unbedingt etwas ungewöhnliches, für die die noch andere Quellen wollen, schaut bei maannews
Mehr Infos um was es bei den Protesten in Ni'lin überhaupt geht gibt es hier oder hier

Vor
mittlerweile zwei Wochen war ich bei einer anderen Demo. Eigentlich wollten wir nur Oliven pflücken. Wir hatten am Tag zuvor gehört, dass die Bewohner von Kfar Qadum unter erheblichen Angriffen der Siedler leiden und nicht zu ihren Oliven können. Als wir dort ankamen, sahen wir gerade noch, wie der erste Palästinenser mit gefesselten Händen in einen Jeep stieg - er wurde nach zwei Stunden wieder frei gelassen -

Von Demo


die Siedler hatten ihr eigenes Fernsehen dabei, die später aber wohl eher uns filmten wie wir vom Militär zurück auf die Straße gedrängt wurden.

Uns gegenüber standen die Siedlerjungen, komisch als Außenstehender habe ich immer wieder das Bild eines kindischen Katz und Mausspiel. Wenn ich dann aber an die konkreten Auswirkungen für die Menschen hier denke, dann wird klar, dass es das eben nicht ist, sondern dass es um das Recht geht, sein Land bestellen zu dürfen, um das Recht sich zu verteidigen, um die internationale Anerkennung, dass Siedlungen im besetzten Gebiet illegal sind und zwar alle - so steht es in der Genver Konvention, dass Menschen die unter Besatzung leben das Recht auf Verteidigung haben und nicht Terroristen genannt werden, wenn sie die Besatzer mit Steinen angreifen. (Ja ihr denkt wahrscheinlich, der hat seine Objektivität verloren, von der er am Anfang gesprochen hat, nein habe ich, diese Dinge habe ich mit eigenen Augen gesehen und die Geschichten dazu mit eigenen Ohren gehört)

Von Demo


Von Demo

Vergleicht mal diese beiden Bilder und gebt Kommentare dazu ab ... ich bin gespannt.
Kfar Kadum - um was geht es

Gestern
Abend war ich auf einem wunderschönen Brasilianischen Gitarren Quartett Konzert. Das hat gut getan, dieser schwungvollen, ausdrucksstarken Musik zu lauschen. Toll mit was für einer Schnelligkeit die zusammen gespielt haben und doch so Präzise. Dass ganze Theater war total in ihren Bann gezogen, es hier in Ramallah viele Menschen die Verwandte und Bekannte in Brasilien haben.

Am Donnerstag den 30.10. bin ich umgezogen, juhu. Natürlich immer noch in Ramallah, aber in eine richtige Wohnung. Hier ist es etwas wärmer, vor allem sauberer und gemütlicher. Wir müssen nicht mehr draußen sitzen sondern haben unser eigenes Wohnzimmer und ne richtige Küche.

neue Wohnung


Der einzige Nachteil ist, es ist jetzt wesentlich weiter bis zu den Taxis zur Bir Zeit Uni, obwohl vielleicht auch nicht, so laufe ich wenigstens jeden Morgen ca. 20 min bis zum Taxi, dass ist eigentlich auch nicht schlecht, da ich danach ja den ganzen Tag sitze.

Letzten Freitag war ich mit Freunden Oliven pflücken. Wow ich hatte meinen Spaß, vermisse hier ein bisschen die Möglichkeit Fahrrad zu fahren oder zu klettern oder im Hochseilgarten zu arbeiten - ja Volkersbergler ihr hört richtig :-) Aber ich bin dann mit einigen Jugendlichen den Berg hoch und runter gerannt, dass hätte ich lieber lassen sollen, verdammt am nächsten Tag hatte ich so krass Muskelkater, fragt mich nicht warum ... ich bin nix mehr gewöhnt.

Von Olivenernte


Mhh, lecker das Essen war mal wieder richtig gut, ich werde es vermissen, oder ich muss einfach noch ein bisschen mehr kochen lernen hier, aber das ist so schwierig mit den Frauen bzw. vielmehr deren Männern hier

Von Olivenernte


Mit einigen dieser Kinder und Jugendlichen arbeite ich an einem kleinen Projekt. Ich möchte gerne einige Gegensätze des Lebens aus diesem Land mit nach Deutschland bringen, z.T. in Form von Bildern der Kinder und Jugendlichen und z.T. in Geschichten von ihnen. Ich würde gerne eine kleine Ausstellung zusammen stellen, mal sehen ob das klappt. Wenn es das tut, dann würde ich diese gerne an verschiedenen Orten zeigen, wenn jemand einen Ort weiß, gerne fragen.

Wow das ist mal wieder lang geworden.

Grüße in die Welt

Montag, 22. September 2008

Demo

Freitag 19.9.08 war ich zu erstenmal bei einer Demo, in Ni'lin um gegen Landraub und den Mauerbau zu demonstrieren. Ich habe mich erstmal etwas abseits gehalten und von der entfernung zu geschaut. Mit der Zeit habe ich mich etwas weiter vorgetraut, dies war allerdings mit mehr oder weniger direktem Beschuss mit Tränengas verbunden. Keine schöne Erfahrung, aber zum Glück waren die Soldaten noch weit genung entfernt, so dass man nach dem der Schuss los ging nocht ein paar Sekunden Zeit hatte, den Tränengaskanister zu verfolgen und zu sehen, wo er hin fliegt. Hier ein paar Bilder.


Einige Tränengaswolken zwischen den Bäumen.



Ein Palästinenser mit seiner Flagge stehend in dem Symbol der Palis, einem Olivenbaum

Für mehr Bilder zu diesem Thema einfach auf eines der Bilder klicken, dann kommt ihr zu einem picasa album