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Freitag, 28. Mai 2010

Tent of Nations

Just got this Email from Daoud. I was working with him on their land for around 9 month. Please spread it around!

Dear Friends of Tent of Nations all over the world,

Today (27.05.2010) at 2.00 pm in the afternoon, 2 officers form the Israeli Civil Administration guarded by Israeli soldiers came to our farm and gave us NINE demolishing orders for nine ( structures) we built in the last years without a building permit from the Israeli Military Authority. The demolishing orders are for: tents, animals shelters, metal roof in front of both old houses, the restrooms (Shelters) , a water cistern, a metal container and 2 underground renovated cave structures. One officer was writing the demolishing orders and the other was taking pictures with two cameras, Israeli soldiers were following them everywhere and pointing their guns on us.

The demolishing orders were written in Hebrew and I refused to sign receiving them. We have 3 days only to react against those demolishing orders. The timing for delivering the demolishing orders was plant properly and purposely on Thursday, in order to make it difficult for us to try to stop those orders by the Israeli court within 3 days, because of the Jewish weekend (Friday and Saturday). The idea is to make it impossible for us to act quickly. I contacted our Lawyer and he will write an opposition and send it to the military court on Sunday morning. We hope to get a paper from the court through our Lawyer on Sunday morning to stop the demolishing orders.

We would like to ask you to be prepared and alert for actions, if anything might happen. We will keep you updated and will guide you for actions but please forward this E-mail to your friends.
PLEASE be prepared for actions… Thank you for all your solidarity and support.

They are trying to destroy our spirit, but we are determined to resist and overcome the Evil with GOOD and justice will prevail.

Blessings and Salaam,

Daoud

Daoud Nassar
Director

Tent of Nations
-People Building Bridges-
P.O.Box 28
Bethlehem - Palestine
Tel: +972 (0)2-274 3071
Fax: +972(0)2-276 7446
Mobile: +972(0)522 975 985
info@tentofnations.org
www.tentofnations.org

Sonntag, 12. Juli 2009

preperation for Gaza

I am going again to Gaza, on Tuesday 14.7.09 we hopefully manage to get into Israel and on the 15. to Gaza via Erez.I hope that I am able to provide you more detailed information about the whole situation in Gaza and some personal insights in the next days.

I am following the "Free Gaza Movement quite close and found that post just a second ago.

Samstag, 16. Mai 2009

Bericht von Anja Reichel

Wie darf man das nennen?

Südafrika 1985. Zwei schwarze Südafrikaner werden Zeugen eines Autounfalls, der verletzte Mann ist weiß. Sie rufen einen Krankenwagen für Weiße und stehen dem Verletzten so gut es geht bei. Doch der Krankenwagen kommt nicht. Sie rufen noch einmal an und betonen, dass es sich beim Verletzten um einen Weißen handelt. Nicht recht überzeugt fragt die Stimme am Ende der Notfallhotline „Ihr seid doch Schwarze, seid ihr sicher, dass der Mann weiß ist?“

Wie würde man das nennen? Unterlassene Hilfeleistung auf der Basis rassistischer Vorurteile? Apartheid?

Vorgestern fuhr mein Verlobter Ghassan mit seinen Arbeitskollegen durch die Westbank zu einem kleinen Dorf, in dem er Gruppenleiter- und Theaterkurse in einem Frauenzentrum anbietet. Viele der größeren Straßen in der Westbank sind nur für Israelis befahrbar, und für Palästinenser mit Sondergenehmigung (Bus und Taxi, Transportunternehmen, Ärzte). Dann gibt es aber auch Straßen, die nicht von Israelis befahren werden sollen, dies ist nach israelischem Gesetz unter Strafe gestellt. So soll verhindert werden, dass jüdische Israelis in die wenigen Gebiete der Westbank fahren, die unter palästinensischer Sicherheitskontrolle stehen. Ghassans Kollege kommt aus Ostjerusalem, und darf deswegen das Auto der Organisation mit israelischen Kennzeichen sowohl auf der einen als auch auf der anderen Straße fahren.

Sie haben gerade die Siedlung Ariel passiert, mit 30.000 Einwohnern eine der größten israelischen Städte in der Westbank, und fahren auf die Schilder zu, die Israelis darauf aufmerksam machen, dass sie hier nicht weiterfahren dürfen. Palästinensergebiet A, keine Durchfahrt für Israelis! Da werden sie Zeuge, wie der Fahrer des Wagens vor ihnen plötzlich die Kontrolle verliert und mit einem LKW zusammenstößt. Sie steigen aus, um dem Ehepaar im Unfallfahrzeug Erste Hilfe zu leisten. Die ältere Frau hat bis auf einen Schock keine offensichtlichen Verletzungen davon getragen, ebenso wenig der LKW-Fahrer. Der Ehemann im Kleinwagen jedoch blutet stark und ist kaum bei Bewusstsein. Die Insassen sind Israelis. Ghassan bittet daher seinen Kollegen, eine israelische Ambulanz zu rufen, die von der nahegelegenen Siedlung innerhalb weniger Minuten am Unfallort sein kann.
Ghassan spricht mit dem Fahrer auf Hebräisch, um ihn bei Bewusstsein zu halten und ihn zu beruhigen. Er hat sein Hebräisch in einem Kurs an der Uni in Nablus gelernt. Das ist schon eine ganze Weile her, aber es reicht, um mit dem Mann Kontakt aufzunehmen.
Mittlerweile sind 10 Minuten vergangen und es ist noch kein Krankenwagen in Sicht. Weitere Palästinenser kommen zur Unfallstelle. Ghassan fragt seinen Kollegen, ob dieser beim Anruf erwähnt hat, dass der Verletzte Israeli, Jude, ist. Es gibt für Israelis keinen Grund, auf dieser Straße zu fahren. Ghassan befürchtet, dass der israelische Notruf denkt, beim Verletzten handelt es sich um einen Palästinenser, und deswegen keinen Krankenwagen schickt. Was für mich total verrückt scheint, ist für ihn ein selbstverständlicher Gedankengang.

Sie entscheiden sich daher auf Nummer sicher zu gehen, und auch eine palästinensische Ambulanz zu rufen, die zwar einen wesentlich weiteren Anfahrtsweg hat, aber besser als gar keine Hilfe wäre. Ghassans Kollege ruft danach noch einmal beim israelischen Notruf an und macht der Person am anderen Ende klar, dass es sich beim Verletzten um einen jüdischen Israeli handelt. Daraufhin kommt kurze Zeit später ein Militärjeep zur Unfallstelle. Ein Soldat steigt aus, sieht die vielen Palästinenser um das Auto des jüdischen Ehepaars stehen, versucht zu erfassen was passiert ist, und will dann dem Fahrer Wasser geben. Ghassan erklärt ihm, dass es aufgrund möglicher innerer Verletzungen gefährlich sein kann, wenn der Mann trinkt. Der Soldat wird zornig und will sich mit Ghassan anlegen, und nur schwerlich kann dieser ihm erklären, dass es wichtiger wäre, endlich einen Krankenwagen zu bekommen. Eine Polizeistreife kommt, der Polizist fragt „Wer hat den Unfall verursacht?“ und will dann den Ausweis des palästinensischen LKW-Fahrers konfiszieren. Schließlich ruft er beim Notruf an, und bittet „Dringend, schnell, schnell“ um einen Krankenwagen. Nach einigen Minuten kommt die Feuerwehr. Dann kommen zur gleichen Zeit der israelische und der palästinensische Krankenwagen. Die palästinensische Ambulanz hatte sich direkt nach dem Anruf auf den Weg gemacht, ohne dass jemand wissen wollte, wer das Unfallopfer ist. Die israelische Ambulanz fuhr erst los, als der israelische Polizist bestätigen konnte, dass es sich beim Verletzten wirklich um einen Israeli handelt...

Wie darf man das nennen? Wir stellen uns oft die Frage, wie wir in Deutschland auf von Israel verübte Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen können. Es ist einfach, über palästinensische Raketen aus dem Gazastreifen zu sprechen, niemand wird uns vorhalten, dass wir allgemein gegen alle Araber oder alle Moslems sind. Wie können wir aber erklären, was Besatzung ist und welch einen Einfluss dieses System auf jeden Aspekt im Alltag der Palästinenser hat, wie Menschen ihrer Grundrechte beraubt werden. Und das, ohne als Antisemit bezeichnet zu werden, gegen alle Israelis, gegen alle Juden. Es ist ein schwieriges Unterfangen, und vielleicht sind wir noch nicht bereit für diese Art von Kritik. Das Problem ist nur, dass unsere falsche Vorsicht und bedingungslose Unterstützung nicht nur für die Palästinenser, sondern auch für die Israelis kontraproduktiv ist und die Gräben im Nahen Osten nur noch vertieft.

... Die Ambulanz kam also schließlich, aber ohne Arzt, nur der Fahrer = Sanitäter war zur Stelle. Ghassan und seine Kollegen halfen dem Sanitäter, den Fahrer aus dem Auto heraus auf die Trage und in den Krankenwagen zu legen. Zu diesem Zeitpunkt kamen 5 weitere Armeejeeps und mehrere bewaffnete Siedler zur Unfallstelle. Ghassan hatte den Eindruck es sollte sichergestellt werden, dass die Palästinenser nicht über die Israelis herfallen. Sie stiegen aus und schrieen die umstehenden Palästinenser an, sie sollen verschwinden und es gäbe nichts zu sehen. Eine Frau schrie zurück „Wir helfen dem Mann, wir wollen ihn nicht umbringen!“ Der Krankenwagen war mittlerweile abgefahren und Ghassan und seine Kollegen machten sich auch wieder auf den Weg.

Nach getaner Arbeit gingen sie im kleinen palästinensischen Dorf zum Mittagessen. Während sie so saßen und mit dem Wirt über Gott und die Welt philosophierten, gesellte sich ein israelischer Gast zu ihnen und beteiligte sich an ihrem Gespräch. In einem Gebiet, das für den Israeli Sperrzone ist. Warum ist er trotzdem da? Gutes Essen und nette Leute. Moslems, Christen, Juden, an einem Tisch mitten in der schmerzlich zerteilten Westbank, einfach so, gutes Essen, nette Leute.

Wie nenne ich das? Hoffnungsschimmer!

Montag, 27. April 2009

frustration must be relative

A few weeks ago I read in a blog, how it is to be Palestinian, I started to cry ... because I remembered how I felt when we had to leave Gaza, how frustrated I was, but I am not even Palestinian, imagine how it must be for mother being rejected to leave Cairo Airport ... but read it yourself, its rather long but kind of important for me: Raising Yousef and Noor: diary of a Palestinian mother

Sonntag, 18. Januar 2009

we will not go down



a unilateral ceasefire - what does that mean? Is it a tactic by the Israeli government to make the world believe that they are a the peace loving presidents and ministers? One has all ready been killed and several injured since the declaration of the ceasefire - so what is the difference?
I hope Hamas stops shooting but keeps its conditions for a long term ceasefire. Otherwise its gone be just a repetition of former plans.

Hoping for better days!

Samstag, 17. Januar 2009

Rabbi Yisroel Weiss on Fox News

Imagine Fox News and than such a message.
Rabbi Weiss even went to Iran. Listen to him.




sign a petition against the ongoing violence with avaaz

Mittwoch, 14. Januar 2009

In Basel

Ich bin seit Montag in Basel bei einem Praktikum bei IDEM. Es ist schön hier zu sein, viele Leute kenne ich, ich kann direkt über dem Büro bei einem Freund wohnen.
Viel Arbeit steht an, Öffentlichkeitsarbeit muss geleistet werden, Fundraising betrieben werden und Trainings organisiert werden. Nach einem ersten guten update was in der letzten Zeit geschehen ist und was in der nächsten Zeit ansteht hab ich gleich richtig angefangen heute. Hauptsächlich Emailarbeit bis jetzt, aber dass wird sich wohl in den nächsten Tagen auch nochmal ändern, wenn es mehr um konkrete inhaltliche Arbeit geht. Dann auch gerne mehr dazu.


Am 9.1.09 hatten wir ja noch unsere Mahnwache in Fulda für die Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Hamas und Israel. Wenn ihr auf das Bild klickt kommt ihr zu einem kurzen Bericht und Video von mir.




Ein meiner Meinung nach wichtiges Video. Man hört über die Bewegung der refusniks in Deutschland wenig bis nichts. Ich finde es wichtig sich auch diese Seite anzuschauen.


Donnerstag, 8. Januar 2009

solemn vigil (Mahnwache)

After I read on the bombing of the UN school in Gaza yesterday, I decided that I need to do something - at home and try to bring some tiny little more awareness to the city I live in. We gone have a solemn vigil or Mahnwache (in German) Friday 9.1.09 at 5pm at the Universitätsplatz in Fulda.
What I want to do? To give a voice to the voiceless at home - try to get some more support for international human rights and some more actions against international law violations - support for civilians which are the victims of that fighting. I also want to remember the resistance fighters and the soldiers suffering under their governments decisions. That might be an uncommon view, but still they are humans. Don't tell me anything, that they could decide against the participation, yes they could, but they didn't. I know that there are many more arguments I should consider - but fuck one dead person is one to much.

I hope some people gone be in Fulda on Friday, lighting some candles and asking the by passers some good questions.

Montag, 5. Januar 2009

where am I

In general at home :-) Where is home? With my parents in Loheland
Größere Kartenansicht

I had a nice and easy trip back from Ramallah via Jerusalem to Ben Gurion airport close to Tel Aviv. There I had some time to wait until my plane left, but with coffee, juice, chocolate and my laptop time went easily by - I shouldn't forget all the people I chatted with, was really nice.

Can you imagine that visited friends for 4 month? That's what I tolled the security personal at the airport, they believed my but were very curious about the species and dates I brought with me :-)

Arriving tired and exhausted in Frankfurt, a surprise waited me. My brother, his girlfriend and two good friends waited for me, yipih I was happy - but tired. We had some coffee and on the way back I got some nice and tasty Christmas cookies, yamie. But it was so cold in Frankfurt, I immediately froze. Hamdullilah now I m used again to that kind of weather, we even got snow at home, its so nice, a white world. I should get some pics for you, maybe tomorrow.

But what saddens me - you probably know what - Gaza and all it s links. By far to many people died, I dont know what to say - I cant say anything else except stop this bloodthirsty war - Israel stop occupation know and you will secure your people! I hope it ends soon, but I fear that is only a optimistic dream.

How can I wish every one a beautiful new year knowing what is happening in Gaza? Nevertheless I do! what you could do, is signing a petition

Dienstag, 23. Dezember 2008

weisse Weihnachten

Vielleicht haben wir morgen oder übermorgen Schnee, yipihhh!!!

Es ist so kalt, vom Gefühl her könnte es kalt genug sein für Schnee, Wolken gibt es auch, der Schnee muss also nur noch runter kommen.



Sieht man auf dem Bild wie kalt es ist? Wenn nicht auf dem ersten, dann vielleicht auf dem zweiten ;-) Zählt mal die Schichten, die ich an hab ausnahmsweise darf man mir in den Ausschnitt schauen ;-)

Sonntag, 21. Dezember 2008

christmas or what?

sitting in my sleeping back, it s cold but I had a nice day.
Went to church these morning, to the Dormition Aby in Jerusalem. It was a nice service, like last weak when a friend of mine convinced me to go. I cant really agree with all the content, might be of the catholic way of interpretation but still it s nice to hear the Bible and some singing. It reminds at the time in the Dome Choir in Fulda. Anyway it s some how a possibility for me to get calm and sit back a little and find some outside position to observe myself and the situation I am in, in that country.

Than we had some nice good by meal, the friend I went to the church with is leaving. We had some last conversation about our experience here, mainly about trust or distrust, saying the truth (at least our truth) or only parts of it or lying, when does lying start, where does it end and how can a society function in which at these questions play a big role and take a huge part of daily conversations. Questions Questions and again Questions - but they come only because you start of getting quite deep into society but nevertheless you are still discovering more and more every day. It might be only the short view in to someone's eyes on the street, a sentence you read in a book, a handshake with a friend or what ever.
And I got my first Christmas present ... but I didn't open it, still some days to go ;-) But it looks every where as if Christmas is coming, at least here in Ramallah and Jerusalem ... I don't want to write about other places at the moment ... yesterday some people put up a stage at the Manara Square in the city centre, closed the roads towards it and played some "lovely" Christmas carols. In the evening I went with some friends to a nice Baroque music concert in the Latin Patriarch Church in Ramallah. Really nice, at least if you like classical music. Especially nice was the viola concert in E flat Major by Bach. Why was it nice? Because I am at least sometimes playing the viola too.

I wondered a little about the two comments ... seeing nearly all the other post without a comment and getting than comments on such a nonsense post like the last one ... feels strange here ... but don't worry better any comment than none ;-) (M. and C. I hope you don't mind ... thx anyway for the comments ;-) )

Lets see what the next days will bring, hopefully I gone meet an old friend tomorrow which I didn't saw since quite some time. inshalla as we say :-) The funny thing when I phoned him today was, he thought that an Arab is calling him. Seemingly my Arabic pronunciation isn't to bad :-)

If that should be my last post before Christmas:

Happy Christmas

Freitag, 5. Dezember 2008

Gaza und Sderot auf arte




Ein interessanter Schriftverkehr zwischen verschiedensten Menschen don't say we did not know und noch weitere Einträge by Amos Gvirtz

Donnerstag, 4. Dezember 2008

?

I don't know what to write, just as I am starting to write I am watching the news and seeing about the eviction of settlers from a house in Al Khalil/Hebron. I should write about that, but what could I say? The Israeli government and its security forces are unable to control the settlers, especially because they are armed and shoot at anyone they want. The Israeli supreme court ruled out that the "house of peace" should be evacuated until another court can decide who owns the house. The settlers claim that they bought from a Palestinian which says that he stepped back in the final negotiations.
Keep in mind, that you have a population of about 60.000 Palestinians living in Hebron, around 400 to 500 settlers living in the city centre which are protected by about normally 2500 soldiers. The settlers claim to live in the city because of the patriarchs graves which are lying under the Ibrahimi Mosque.
SZ zur Lage in Hebron.

Eigentlich
wollte ich über meine letzten Tage schreiben, aber die Geschehnisse machen es schwer. Die Situation im Gazastreifen ist unverändert, nur Journalisten dürfen wieder in den Streifen und angeblich medizinisch wichtige Fälle haben die Möglichkeit aus oder in den Gazastreifen zu kommen. Heute war in Ramallah eine winzig kleine Demonstration, die auf die Situation in Gaza aufmerksam machen sollte. Die Palästinenser waren sehr enttäuscht, dass nur so wenige Menschen gekommen sind, insgesamt waren wir vielleicht 100 oder 120 Menschen, auch ein ganzer Schwung Internationale.
Hier ein Bild davon

Von Mix


Eines der Poster scheint die Ankündigung der UN zum 60 jährigen Bestehen der Menschenrechtserklärung zum Anlass zu nehmen, nochmal darauf hinzuweisen, dass Aktionen mehr zeigen als Worte und fordert endlich ein Handeln entsprechend der weitreichenden Erklärungen. Deswegen sind wir im Rahmen der Demo auch zum Büro der Europäischen Union und zum Büro der UN in Ramallah gezogen um dort unsere Forderungen nach politischen Aktionen gegen die Abriegelung des Gazastreifens vorzubringen. Hoffen wir dass es etwas bringen wird.

Von Mix

Wie ihr aus den vorigen Sätzen entnehmen könnt bin ich gut wieder in Ramallah angekommen. Meine Sorgen über den Grenzübertritt haben sich in Luft aufgelöst. Wahrscheinlich nicht zu letzt weil ich ihnen eine schöne Geschichte aufgetischt habe. Ich sagte dass ich meine lieben Freunde in Israel besuchen gehe, sie wollte dann eine Telefonnr sehe, gut dass ich irgendeine Nr hatte die ich ihnen zeigen konnte. Außerdem ist Weihnachten im Heiligen Land ja auch so besonders wichtig, deswegen habe ich meinen Flug umgebucht. Als sie danach fragten ob ich nach Betlechem, Schechem, Ramallah oder Nablus gehen würde, habe ich sie nur blöd angeschaut und gefragt ob das nicht gefährlich sei. Mein Gesichtsausdruck scheint das richtige ausgedrückt zu haben. Ein bisschen nervös wurde ich dann, als sie ein biometrisches Foto von mir gemacht haben und meine Fingerabdrücke nahmen, wer was passiert wenn sie mich mal auf einer Demo fotografieren und mich dann zuordnen können. Vielleicht sollte ich auf der nächsten Demo auch das typische Pali Tuch um meinen Kopf binden :-)

Amman als Stadt hat mich nicht wahnsinnig beeindruckt, vielleicht war ich auch voreingenommen, da die meisten meiner Palästinensischen Freunde Jordanien nicht mögen. Das liegt hauptsächlich an der Rolle die Jordanien und sein Einwohner (75% Palästinenser) in dem ganzen Konflikt spielen. Aber das ist ein neues Thema, vielleicht ein anderes mal.
Genossen habe das rumhängen, lesen, Party machen (habe schon lange nicht mehr so viel getanzt, war glaube ich um 5 Uhr erst daheim, auf jeden Fall habe ich noch das Morgengebet des Imman gehört), Leute treffen.
Das Highlight war für mich das Klettern im Wadi Rum.



Das Tal ist der Hammer. Eine Ruhe die habe ich noch nicht "gehört", zumindest nicht in der Natur. Vielleicht hört man einen Vogel oder ein anderes Tier, aber ansonsten nur das knirschen des Sands unter den Füßen, das Atmen. Die Steine und Felsen findet man in jeglicher Formation, einzelne Büsche suchen ihren Halt im Sand und die Sonne zaubert vielfältigste Schatten in die Landschaft.

Von Mix

Ein paar Tage bevor ich nach Amman gegangen bin war mit einer Freundin im Wadi Quelt, welches Jerusalem mit Jericho verbindet. Ebenfalls ein tolle Gebiet, besonders zum Wandern. Das besondere dort ist, das es ein uraltes Wassersystem gibt, welches Wasser nach Jericho transportiert, an manchen Stellen ist es nicht mehr ganz dicht, dort entstehen dann solche Flecken.

Von Mix

Heute war ich mal in Jerusalem, nicht lange, irgendwie zieht es mich nicht so dort hin, zumindest nicht im Moment. Ich habe nach ein paar Büchern geschaut und dann witziger Weise gerade eines in der Hand gehalten "An Israeli in Palestine" by Jeff Halper, als der Autor selber in den Laden kam. Habe es mir dann gleich mal signieren lassen. Ich habe ihn vor 5 Jahren getroffen, als ich das erste mal hier war. Halper works for the Israeli committee against house demolition

Noch zwei Links aus der Süddeutschen Zeitung, einer über Hebron und einer über Palästinenser in Israel Danke M für den Tipp

Das soll mal reichen für heute, schaut fleißig Nachrichten und überlegt mal was in der Welt mit Menschen passiert. Haben wir damit etwas zu tun?

Mittwoch, 26. November 2008

Children of Gaza

Wahrscheinlich wird es einige erschrecken dass ich ein solches Video von Aljazeera auf meinen Blog stelle. Ja ich verurteile Selbstmordatentatte gegen Zivilisten in Israel. Innerhalb der Waffenstillstandslinie von 67 gegen Militär bezeichne ich sie als Form des Wiederstands. Nicht dass ich hier irgendeine Form des Tötens rechtfertige oder für gut erkläre, aber welche Form des Wiederstands haben die Menschen die keine Armee haben, die sie beschützen kann, wenn viele gewaltfreie Aktionen zu nichts geführt haben. Ich weiß es ist ein verdammt schweres und kompliziertes Thema, aber dieser Film könnte ein klein wenig mehr Licht in die Art und Weise bringne, wie Kinder in Gaza aufwachsen.



Hier der zweite Teil des Videos, es geht mehr um Kinder und ihre Situation.

Montag, 24. November 2008

update about Gaza

Heute durften wieder einige LKW in den Gazastreifen, nach dem der internationale Protest in den letzten Tagen zu genommen hat. Aber verglichen mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen dort, ein Tropfen auf den heißen Stein.

Damit es nicht einseitig wird und ihr noch die Möglichkeit habt, andere Quellen anzuschauen, hier noch ein paar Links. Vor allem weil ich gestern einen wichtigen Aspekt ziemlich vergessen habe, den Ausschluss der Medien.

Dan Ming

Yasmin Alibhai-Brow writting for The Independent

a mother from Gaza

contemplating from Gaza

Sonntag, 23. November 2008

life under occupation

Leben unter Besatzung, hört man das Wort Besatzung noch in der Berichterstattung über Palästina in der ausländischen Presse? Ich kann mich nicht daran erinnern dass ich es in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe. Selbst zu einer Zeit, während die Zustände im Gazastreifen unbegreiflich werden, in Jerusalem und Umgebung Häuser zerstört werden und überall in der Westbank Menschen festgenommen werden (ca. 70 in diesem Monat)
Ein paar Worte zu der Situation in Gaza.
Seit dem 4.11.08 ist der 1,5 Mill. Menschen fassende Streifen von der Außenwelt quasi abgeriegelt. 30 LKWs mit Lebensmitteln und Medikamenten durften am 17.11.08 Grenzposten passieren. Vor der Blockade haben täglich ca. 1000 LKWs verschiedenste Produkte in den Gazastreifen gebracht.
Hier eine Tabelle von Oxfam, die den tatsächlichen Bedarf an Kraftstoff ermittelt der für den Verkehr, das Kraftwerk (zur Stromerzeugung) und Gas für privat und z.B. Bäckereiverbrauch benötigt wird.



Kraftstoff ist ein sehr wichtiger Punkt, denn ca. 33% des Stroms in Gaza müssen von einem Kraftwerk produziert werden, 7% des Bedarfs kommt aus Ägypten und 59% aus Israel. Da aber seit den letzten 19 Tagen nur einmal Kraftstoff in den Gazastreifen gebracht werden konnte, kam es gestern zum ersten kompletten Stromausfall im Shifa Krankenhaus, Gazas größtem Krankenhaus. Aufgrund eines Problems mit dem Notstromgenerator haben Beatmungsgeräte, Blutpumpen und ähnliche Geräte für die intensiv Medizin versagt. So mussten einige Patienten manuell beatmet werden. 160 Medikamente sind ausgegangen, 120 sind am zuneige gehen.

Mittlerweile sind alle Getreidevorräte aufgebraucht die zum Brot backen bestimmt waren. Es wird auf Getreide zurück gegriffen, was als Futtergetreide für Tiere bestimmt ist. 50% der Getreidemühlen haben geschlossen, weil es entweder keinen Strom oder kein Getreide mehr gibt.
UNRWA (UN Relief and Workers Agency for Palestinian Refugees in the Near East) sagt es wird innerhalb der nächsten Tage keine Lebensmittelvorräte mehr haben. Ca. 50% von Gazas Bevölkerung ist abhängig von der Lebensmittelverteilung der UN.

Die Zahlen sind von BBC Al Jazeera und Maan News

Genug Zahlen, das wichtigste ist allerdings, dass man sich daran erinnert, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht, sich ein Schicksal befindet. Für jeden LKW der nicht die Checkpoints passieren kann, stehen im Moment Menschen hungrig auf, wissen nicht wie sie Menschen im Krankenhaus versorgen sollen, wissen nicht wie sie Brot kaufen können, selbst wenn es welches gäbe, da sie keine Arbeit haben und damit kein Geld.

Das
Leben unter Besatzung aus persönlicher Sicht?
Zwei unterschiedliche Aussichten von dem Dach meiner Wohnung. Wahrscheinlich auf den ersten Blick nicht besonders, aber wenn man weiß um wessen Häuser es sich handelt, verändert sich die Perspektive.

Häuser von Siedlern, ca. 200m von Ramallah entfernt.



Häuser in Ramallah.



Warum
sage ich, dass es einen Unterschied zwischen Siedlungshäusern und Häusern in Ramallah gibt? Schaut euch die Karte an, bläuliche Farben sind Siedlungsflächen, braune Farben stehen mehr oder weniger unter Palästinensischer Kontrolle. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Palästinenser die größte Kontrolle hätten. Dem ist leider nicht so. Generell kommt die Armee nachts in die Städte und tut was immer sie will. Schaut man genauer hin, sieht man, dass es zwei bläuliche Schneisen von West nach Ost gibt, so dass es ein leichtes ist, die nördliche Westbank von der zentralen und diese von der südlichen abzuschneiden.
Wer die Karte in besserer Auflösung sehen möchte kann auf die Karte klicken und sie runter laden.



Was bedeutet das für mich? Es gibt eine ganze Menge Gebiete, in die ich nicht darf, weil ich mich mit palästinensischen Verkehrsmitteln bewege und diese sind an ihren grünen Nummernschildern erkennbar, die nicht in Siedlungsnähe dürfen. Abgesehen davon sind Siedlungen unter internationalem Recht illegal. Als Beleg dafür sollte man sich den Artikel 49 der vierten Genfer Konvention anschauen: "Die Besetzungsmacht darf nicht Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln." Wenn ihr sagt, dass ist aus dem Zusammenhang gerissen, dann schaut euch die Genfer Konvention selber an

Wenn wir schon bei offiziellem und internationalem Recht sind, dann hier auch noch UN Resolution 194 und 181 neben tausenden anderen. Resolution 194 versichert das "Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr oder Entschädigung". Die Resolution wurde auf der Generalversammlung am 11. Dezember 1948 verabschiedet. Resolution 181 beschreibt die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes für einen israelischen und einen palästinensischen Staat. Resolution 242 ist die folge Resolution zu 181 und fordert den Rückzug israelischer Streitkräfte aus (den) Gebieten, die im jüngsten Konflikt besetzt wurden, verabschiedet vom Sicherheitsrat am 22. November 1967.

Das mag theoretische klingen, aber was bedeutet das konkret für Menschen hier? Der Teilungsplan von 1948 in Resolution 181 hat ein Verhältnis von ca. 55% für Israel und 45% für Palästina vorgesehen. 1967 blieben von den 45% noch 22% für einen palästinensischen Staat übrig, mittlerweile sind aus diesen 22% je nach Quelle zwischen 10% und 15% geblieben, die für einen pal. Staat zur Verfügung stehen. Verständlicher weise ist so ein Staat nicht akzeptierbar, da viele der lebenswichtigen landwirtschaftlich genutzten Flächen unerreichbar oder mit Siedlungen bebaut sind.
Das führt zu den eigentlich leicht nachvollziehbaren Forderungen der Palästinenser, dass es keinen Staat geben kann, dessen Grenzen nicht der Waffenstillstandslinie von 1967 folgen. Die Endverhandlungen müssen einhergehen mit der Anerkennung der ethnischen Säuberung von 1948 die bis heute anhält, mit dem generellen Rükkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt und der Kontrolle von Land und Wasserrechten und der totalen Räumung der Siedlungen. Bevor diese Prinzipien, basierend auf internationalem Recht, nicht anerkannt sind, werden alle Verhandlungen zu dem führen, zu dem sie bis jetzt geführt haben. Zu einer "Normalisierung" der Besatzung und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen die hier Leben.
In der praktischen Umsetzung gibt es dann Möglichkeiten zu diskutieren, was man mit den Siedlungen macht, mit der Verwaltung des Wassers usw.

Ich bin gespannt was ein Staat wie Israel noch für Einfälle hat um das Leben seiner Einwohner und seiner Nachbarn schwerer zu machen. Die Äußerung von Livni über die Anti-Rassismus Konferenz der UN ist vielleicht ein deutliches Zeichen, um was für einen Staat es sich hier eigentlich handelt. maan news schreibt über ihre Äußerungen zu der Konferenz.

Montag, 17. November 2008

Semester geht zu ende

Gerade habe ich genug an meiner Hausarbeit geschrieben, sie hat den wunderbaren Titel

"Palestinian Women – a socio economic view" Bin dabei eine Brücke zu schlagen zwischen persönlichen Erfahrungen mit Frauen, ihrer Arbeits- und Familiensituation und empirischen Daten die ich in Büchern und im Netz gefunden habe. Bin gespannt was mein Prof dazu sagt.
Eine zweite Hausarbeit steht an, im Fach "the Palestinian question", dafür habe ich allerdings noch kein konkretes Thema, aber das wird sich hoffentlich in den nächsten zwei Tagen ändern. Schließlich müssen beide Arbeiten bis Mo. oder Di. nächste Woche fertig werden.

Dann stehen noch zwei Arabisch Tests an, ein mündlicher im arabischen Ramallah Dialekt (Amir - ist die Bezeichnung für das gesprochene Arabisch) und ein schriftlicher im offiziellen Hocharabisch (Fusha). Ja, vielleicht vermutest du richtig, es gibt einen sehr krassen unterschied zwischen Amir und Fusha, die Menschen auf der Straße lachen, wenn man in Fusha mit ihnen redet und wenn man versucht mit Amir Kenntnissen eine Zeitung zu lesen, dann kommt man nicht weit. Am ehesten kann man das vielleicht mit Schweizer-Deutsch und Hochdeutsch vergleichen, wobei der Unterschied im Arabischen noch Größer ist. Vielleicht kann ich mal ein Bsp. geben, wenn man sich sieht.

Morgen haben wir im Kurs "the Palestinian question" a simulation for the final status negotiations of a two state solution for the Israeli Palestinian conflict. I m part of the Palestinian negotiation team. We had some interesting discussions today in our studies office, it seems to get really tens tomorrow. I gone tell you about the outcomes of the discussions.
The key word "tens situation" - the situation in Gaza is pretty tens in these days. The UNRWA which is supplying half of the Gazan population with food couldn't get any food inside the Gaza strip during the last week. Today was the first day, that 33 trucks were allowed to enter the strip and bring some basic stuff into it. A man in TV today said ironical that they probably get only bananas and apples. He was saying it in front of an UN food supply centre with a poster in background stating that the centre is closed because it run out of food. Another important fact about the situation in Gaza, during the last 13 days the Nahal Oz crossing (the one for fuel) was only opened once to new fuel. Fuel is important for the power plant, have of the electricity for Gaza is coming from that plant, the other half from Israel. So quit a lot of people and factory's don't get electricity at the moment. Some of the bakery's needed to shut down because they have no gas left to bake.
In the Westbank everything is normal, always some arrests, some curfews, some injuries at demonstrations and so on. You should have every once and a while a look at maannews to get some kind of picture about life in the occupied territory.

Nächstes Wochenende werde ich mich dann Richtung Jordanien aufmachen, eine Freundin in Aman besuchen und mich ein bisschen in Jordanien umschauen. Bin gespannt ob alles klappt, so wie ich mir das Vorstelle, im Moment scheint Israel sehr strikt mit der Visavergabe zu sein. Einem Kommilitone wurde vor knapp einer Woche die Einreise verweigert, er ist immer noch in Jordanien. Allerdings ist sein Vater Palästinenser, er hat aber einen Amerikanischen Pass. Aber auch das Konsulat in Ramallah meinte, dass es im Moment auch für Deutsche schwierig werden kann. Ich bin gespannt, schließlich muss ich ja wieder zurück, da mein Rückflug von Tel Aviv aus geht.

Einige andere Gedanken geistern in meinem Kopf herum, was muss ich bedenken für meine Bachelorarbeit die ich im nächsten Semester in Fulda schreiben will - mein Thema muss ich Mitte Dezember einreichen. Wie wird mein Praktikum bei IDEM laufen, was ich von Januar bis März machen möchte, bekomme ich dafür Unterstützung vom lieben BaföG Amt, was werde ich dort dann tatsächlich machen?
An meinem kleinen Projekt mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Qadorah Camp bin ich weiter am basteln, vier Geschichten habe ich schon bekommen und auch schon jemanden gefunden, die mir beim Übersetzen hilft. Einige Bilder habe ich geschossen, die die Texte begleiten sollen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass einige der Mädchen doch nicht mit machen wollen, ich weiß nicht warum, es konnte mir auch keiner wirklich erklären. Jetzt bin ich ein bisschen auf der Suche nach neuen weiblichen Schreibern. Mal sehen, vielleicht finde ich welche an der Uni. Ist mir ziemlich wichtig dass es ein gleiches Verhältnis von Mädchen und Jungen bzw. Männern und Frauen gibt. Das merke ich gerade, wo ich an der Arbeit über Palästinensische Frauen schreibe, sie sind einfach so unterrepräsentiert hier in der Gesellschaft.

Samstag, 8. November 2008

Ueberleben?

Wie komme ich mit den Gedanken und Geschehnisen zurecht, wurde ich gestern gefragt.
Keine leichte Aufgabe und nicht gerade einfach zu formulieren.

Natur hilft mir sehr viel, die Schoenheit kann niemand verdecken, auch wenn die Worte die darueber gemacht werden, nicht gerade diese Friedlichkeit oder Schoenheit respektieren. So kamen wir gestern an einer Quelle vorbei, die in ein grosses Becken gefasst wurde, so das Menschen darin schwimmen koennen. Die israelischen Siedler die darin schwammen meinten, die Palestinenser wuerden darin nur noch ihre Kuehe und Schafe baden. Es sei ein Schande, denn eigentlich sei das Quellwasser zwischen dem Kinneret und Samaria das beste Wasser von Israel. Stellt euch vor diese Geschichte musste ein Palestinenser mit anhoeren, der uns begleitet hat. Sein Land wird verleugnet, seine Menschen werden denunziert.

Von Naturbilder aus Palestina und Israel


Hier ein Bild welches ich gestern aufgenommen habe, eine tolle Farbe haben diese Blueten und erst der Duft.

Von Naturbilder aus Palestina und Israel


Die Olivenbaeume sind fast alle leer gepflueckt und schimmern nun silbern in der untergehenden Sonne, leichtes gruen des Grases kommt wieder zum Vorschein, es hat geregnet und die duerre ist fuer dieses Jahr verwunden. In den Staedten und Doerfern gibt es leider nur sehr wenige Stellen an denen man diese Schoenheit beobachten kann, da der Muell sich oft ueber diese Schoenheit legt.

Ein wiederspruechliches Bild habe ich geschossen. Muell und Reklame, Natur und statische Werbung. Solche Bilder koennte ich hier wohl tausendfach machen. Aber wen interessierts?

Von Naturbilder aus Palestina und Israel


Lachen hilft immer wieder ueber die traurigen Moment hinweg zu kommen.
Einen leckeren Tee oder Kaffe trinken kann Wunder ausloesen.
Ein Blick, ein Laecheln, ein Handschlag, Purzellbaum eines Kindes, Musik, ein schoener Film ... diese kleinen grossen Gesten.
Viele Gespraeche ueber Hoffnung und Aufgabe, Durchhalten und Weitermachen, Besatzung und Freiheit. Eine Aussage ist mir besonders in Erinnerung geblieben, wahrscheinlich kann man sie auch auf die meisten Palestinenser uebertragen. Er sagte, vielleicht gibt es Frieden in einem halben Jahr, in drei Jahren in zehn oder in 50. Um so schneller desto besser, aber ich weiss dass er auf jeden fall kommt und wenn ich ihn nicht mehr erlebe, dann erleben ihn zumindest meine Kinder oder meine Enkelkinder. Hoffnung kann und darf nicht sterben, sie wird nicht sterben, sonst waeren wir keine Palestinenser.

Da kann man dann selber wieder Hoffnung bekommen, auch wenn s manchmal hoffnungslos aussieht.

PS: Danke Jo fuer die Anregung!

Freitag, 7. November 2008

Obama - und jetzt?

Obama wurde vor drei Tagen neuer Präsident der USA - und jetzt? Die Reaktionen hier sind vielfältig, heute war ich einem Resturant, dort hing ein Foto von Obama, sie sind begeistert von ihm, aber die durchschnittliche Meinung ist wohl, dass sich nicht viel ändern wird. Condoleca Rice hat das heute auch gleich klar gemacht, dass es bis Januar nichts neues geben wird. maannews schreibt mehr zu ihrem Besuch bei Abbas.

Zu den Wahlen haben Freunde von mir einige palästinensische Nachrichtenagenturen besucht um zu sehen wie die Ereignisse dort gesehen werden, ich empfehle euch den Artikel sehr, ist interessant - auch die sich anschließenden Kommentare Palestinians on Obama, by Dan and Chloé

Was
ich heute erlebt habe? Nichts wahnsinnig neues, ich war nur mal wieder bei einer Demo, auf die ich nicht gedurft hätte. Israelisches Militär hat mir und zwei Freunden den Zutritt zu dem Dorf verwehrt, aus Sicherheitsgründen. Wir saßen in einem TV Auto des palästinensischen Fernsehens. Wir wollten dann eigentlich ein Stück die Straße zurück laufen, wie das die meisten internationalen machen und durch die Olivenbäume laufen, aber das haben die Soldaten natürlich gesehen und uns zurück gepfiffen und gesagt wenn wir sie uns heute noch mal sehen, dann gehts ins Gefängnis. Keine Sorge, so schnell geht das nicht, dass ist nur eine der typischen Drohgebärden. Nach dem wir dann einen Palästinenser auf der Straße angehalten haben, der uns auf einem Umweg ins Dorf gebracht haben - war ca. 30 min Fahrt - sahen wir gerade wie eine Frau in ein kleines Ambulanzzimmer getragen wurde. Eine Dänin wurde von einem Tränengaskanister am Unterarm getroffen, eine ca. 3 cm im Durchmesser und 1 - 1,5cm tiefe Wunde. Das ist nicht unbedingt etwas ungewöhnliches, für die die noch andere Quellen wollen, schaut bei maannews
Mehr Infos um was es bei den Protesten in Ni'lin überhaupt geht gibt es hier oder hier

Vor
mittlerweile zwei Wochen war ich bei einer anderen Demo. Eigentlich wollten wir nur Oliven pflücken. Wir hatten am Tag zuvor gehört, dass die Bewohner von Kfar Qadum unter erheblichen Angriffen der Siedler leiden und nicht zu ihren Oliven können. Als wir dort ankamen, sahen wir gerade noch, wie der erste Palästinenser mit gefesselten Händen in einen Jeep stieg - er wurde nach zwei Stunden wieder frei gelassen -

Von Demo


die Siedler hatten ihr eigenes Fernsehen dabei, die später aber wohl eher uns filmten wie wir vom Militär zurück auf die Straße gedrängt wurden.

Uns gegenüber standen die Siedlerjungen, komisch als Außenstehender habe ich immer wieder das Bild eines kindischen Katz und Mausspiel. Wenn ich dann aber an die konkreten Auswirkungen für die Menschen hier denke, dann wird klar, dass es das eben nicht ist, sondern dass es um das Recht geht, sein Land bestellen zu dürfen, um das Recht sich zu verteidigen, um die internationale Anerkennung, dass Siedlungen im besetzten Gebiet illegal sind und zwar alle - so steht es in der Genver Konvention, dass Menschen die unter Besatzung leben das Recht auf Verteidigung haben und nicht Terroristen genannt werden, wenn sie die Besatzer mit Steinen angreifen. (Ja ihr denkt wahrscheinlich, der hat seine Objektivität verloren, von der er am Anfang gesprochen hat, nein habe ich, diese Dinge habe ich mit eigenen Augen gesehen und die Geschichten dazu mit eigenen Ohren gehört)

Von Demo


Von Demo

Vergleicht mal diese beiden Bilder und gebt Kommentare dazu ab ... ich bin gespannt.
Kfar Kadum - um was geht es

Gestern
Abend war ich auf einem wunderschönen Brasilianischen Gitarren Quartett Konzert. Das hat gut getan, dieser schwungvollen, ausdrucksstarken Musik zu lauschen. Toll mit was für einer Schnelligkeit die zusammen gespielt haben und doch so Präzise. Dass ganze Theater war total in ihren Bann gezogen, es hier in Ramallah viele Menschen die Verwandte und Bekannte in Brasilien haben.

Am Donnerstag den 30.10. bin ich umgezogen, juhu. Natürlich immer noch in Ramallah, aber in eine richtige Wohnung. Hier ist es etwas wärmer, vor allem sauberer und gemütlicher. Wir müssen nicht mehr draußen sitzen sondern haben unser eigenes Wohnzimmer und ne richtige Küche.

neue Wohnung


Der einzige Nachteil ist, es ist jetzt wesentlich weiter bis zu den Taxis zur Bir Zeit Uni, obwohl vielleicht auch nicht, so laufe ich wenigstens jeden Morgen ca. 20 min bis zum Taxi, dass ist eigentlich auch nicht schlecht, da ich danach ja den ganzen Tag sitze.

Letzten Freitag war ich mit Freunden Oliven pflücken. Wow ich hatte meinen Spaß, vermisse hier ein bisschen die Möglichkeit Fahrrad zu fahren oder zu klettern oder im Hochseilgarten zu arbeiten - ja Volkersbergler ihr hört richtig :-) Aber ich bin dann mit einigen Jugendlichen den Berg hoch und runter gerannt, dass hätte ich lieber lassen sollen, verdammt am nächsten Tag hatte ich so krass Muskelkater, fragt mich nicht warum ... ich bin nix mehr gewöhnt.

Von Olivenernte


Mhh, lecker das Essen war mal wieder richtig gut, ich werde es vermissen, oder ich muss einfach noch ein bisschen mehr kochen lernen hier, aber das ist so schwierig mit den Frauen bzw. vielmehr deren Männern hier

Von Olivenernte


Mit einigen dieser Kinder und Jugendlichen arbeite ich an einem kleinen Projekt. Ich möchte gerne einige Gegensätze des Lebens aus diesem Land mit nach Deutschland bringen, z.T. in Form von Bildern der Kinder und Jugendlichen und z.T. in Geschichten von ihnen. Ich würde gerne eine kleine Ausstellung zusammen stellen, mal sehen ob das klappt. Wenn es das tut, dann würde ich diese gerne an verschiedenen Orten zeigen, wenn jemand einen Ort weiß, gerne fragen.

Wow das ist mal wieder lang geworden.

Grüße in die Welt

Dienstag, 21. Oktober 2008

Eindrücke von den letzten Abenden

Wenig erfreuliches habe ich während den letzten beiden Abenden gehört.
Am Samstag war die Präsentation über palästinensische Gefangene noch merkwürdig unpersönlich, obwohl Sa'ad Nimmr selber mit 15 Jahren schon im Gefängnis war.
Gestern Abend haben dann zwei Freunde von mir berichtet, wie ihre Zeit im Gefängnis war. Einer hatte mehr oder weniger Glück, er war nur 6 Monate in administrativ Haft. Er hat sogar von den "guten" Seiten des Gefängnisses gesprochen. Man bekommt Essen, Bücher (obwohl zensiert, besser als keine) er konnte sich weiter bilden.
Trotzdem haben beide mit den krassen Verhörmethoden Bekanntschaft gemacht. Das erste was sie erzählten, war, dass sie in eiskaltes und anschließend in sehr heißes Wasser getaucht wurden, dass mehrere male hintereinander. Beide hatten aber nichts zu verbergen, wie wohl die meisten die in administrativ Haft gehalten werden, wozu dient sonst die administrativ Haft?
Die zweite Methode ist wohl noch schlimmer. Man kann sich das o, wenn man nicht den entsprechenden Gesichtsausdruck der Menschen sieht, die einem das erzählen. Es sind keine Einzelfälle wie mir alle versichern.
Man bekommt Handschellen angelegt, die Arme hinter dem Rücken, dann wird ein Seil daran befestigt und über eine Rolle an der Decke gelegt. Anschließend wird angezogen. Das heißt die Arme hinter dem Rücken hochgezogen, solange bis auf den Zehenspitzen steht. Wenn man also versucht die Arme zu entlasten, streckt man sich noch ein bisschen, bis die Zehenspitzen schmerzen, dann versucht man diese zu entlasten und sofort schmerzen die Arme wieder. Macht das mal ein paar Minuten, ihr werdet verrückt. Sie mussten so Stunden verbringen, nicht nur Minuten. Einer meinte, er stand 22 Stunden in dieser Position. Danach fühlst du nichts mehr.
Wenn man danach immer noch nicht bereit ist auszusagen, was man nicht getan hat, wiederholt sich das Spiel. Oft nur mit wenigen Stunden Pause dazwischen, gerade was nötig ist um neue Fragen im Verhörzimmer zu stellen.
Einer der beiden wurde mitten in der Nacht aufgeweckt, brutal geschlagen. Nach dem Verhör was keine Ergebnisse brachte wurde es am nächsten Tag nochmal versucht (er hat keine medizinische Behandlung in der Zwischenzeit bekommen). Im Verhörzimmer wurde sein Kopf auf den Tischgeschlagen, er war bewusstlos. Als er aufwachte war er im Krankenhaus in Ein Karem, in Jerusalem. Dies teilte ihm eine Krankenschwester mit, nach dem er sie fragte. Sie versuchte weiterhin Informationen aus ihm herauszubekommen, er konnte aber nichts sagen, da er nichts anzufangen wusste mit den Namen, die ihm aufgetischt wurden. Er war selbst im Krankenhaus an einem Arm und Bein an den Boden gefesselt, als ob er mit zertrümmertem Gesicht hätte fliehen können. Nach 4 Jahren und zwei Monaten wurde er entlassen. Die ganze Zeit war er in administrativ Haft die eigentlich auf 6 Monate angelegt ist.

Die zweite Geschichte die ich heute hörte, ist das noch erschütternder, ich weiß nicht, was ich solchen Menschen hier erwiedern soll, wenn sie mich fragen, warum ich hier bin. Das Argument, dass die Menschen und die Landschaft hier mag ist wenig zufriedenstellend für sie. Nichts desto trotz freuen sie sich, dass man ihnen zuhört.
2002 während der zweiten Intifade mussten sein 9 monatiger Sohn ins Krankenhaus. Seine Frau und er sind aus dem Haus gegangen und haben die Soldaten nicht gesehen, die um die Ecke standen. Seine Frau wurde mit zwei Schüssen in den Hinterkopf getötet, vor seinen Augen mit dem 9 monatigen Sohn in den Armen. Das letzte was sie sagte, war der Name von ihrem Mann. Ihr Mann hat überlebt, er hat einen Schuss in den seitlichen Hinterkopf und die Schulter bekommen. Er hatte Glück. Seine Frau war 21 und er damals ca. 28 Jahre. Es war ihr erstes gemeinsames Kind.

Vor einiger Zeit war dann noch im palästinensischen Gefängnis, er wusste nicht warum. Er vermutet, dass das israelische Militär gemeinsame Sache mit der palästinensischen Polizei macht. Diese hatte ihn knapp neben die Beinarterie zwischen den Beinen geschossen. Er war dann 40 Tage im palästinensischen Gefängnis, hat auf dem Steinboden geschlafen, mit einer Lage Zeitung unter sich. Tagsüber zum ersticken heiß (das Gefängnis ist in Jericho) und nachts zum erfrieren kalt.

Ihr mögt sagen, ja dass ist einer unter vielen. Stimmt! Und die Menschen in Darfur oder im Irak, in Afghanistan oder in den Favelas in Sao Paulo. Ja ihr habt recht, den gehts nicht viel besser, wenn nicht schlechter. Aber diese Menschen habe ich gesehen, mit einigen von ihnen habe ich Tag für Tag zu tun. Da gewinnt die ganze Problematik an Ausdruck und Persönlichkeit. Wir dürfen uns nicht abstumpfen lassen von den Zeitungs und Fernsehberichten, über Hungersnöte und Kriege. Wir müssen uns daran erinnern lassen, dass hinter Zahlen Menschenleben stehen/standen. Wir können was gegen diese Ungerechtigkeit tun, wir müssen es, dass steht in unserer Verantwortung. Und zwar jetzt, nicht morgen!

Um mit was schönen abzuschließen, es gibt mittlerweile bestimmt drei Familien die versuchen mich hier zu verheiraten :-) Mal sehen was daraus wird. Allerdings würde ich harte Bedingungen stellen, wie ich heute hörte. Die Frau müsste mir erlauben, auch mal zu kochen, dass wüssten sie nicht, ob das geht :-)

Gute Nacht

PS: Morgen brauche ich alle gedrückten Daumen für meine erste mündliche Prüfung!