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Freitag, 28. Mai 2010

Tent of Nations

Just got this Email from Daoud. I was working with him on their land for around 9 month. Please spread it around!

Dear Friends of Tent of Nations all over the world,

Today (27.05.2010) at 2.00 pm in the afternoon, 2 officers form the Israeli Civil Administration guarded by Israeli soldiers came to our farm and gave us NINE demolishing orders for nine ( structures) we built in the last years without a building permit from the Israeli Military Authority. The demolishing orders are for: tents, animals shelters, metal roof in front of both old houses, the restrooms (Shelters) , a water cistern, a metal container and 2 underground renovated cave structures. One officer was writing the demolishing orders and the other was taking pictures with two cameras, Israeli soldiers were following them everywhere and pointing their guns on us.

The demolishing orders were written in Hebrew and I refused to sign receiving them. We have 3 days only to react against those demolishing orders. The timing for delivering the demolishing orders was plant properly and purposely on Thursday, in order to make it difficult for us to try to stop those orders by the Israeli court within 3 days, because of the Jewish weekend (Friday and Saturday). The idea is to make it impossible for us to act quickly. I contacted our Lawyer and he will write an opposition and send it to the military court on Sunday morning. We hope to get a paper from the court through our Lawyer on Sunday morning to stop the demolishing orders.

We would like to ask you to be prepared and alert for actions, if anything might happen. We will keep you updated and will guide you for actions but please forward this E-mail to your friends.
PLEASE be prepared for actions… Thank you for all your solidarity and support.

They are trying to destroy our spirit, but we are determined to resist and overcome the Evil with GOOD and justice will prevail.

Blessings and Salaam,

Daoud

Daoud Nassar
Director

Tent of Nations
-People Building Bridges-
P.O.Box 28
Bethlehem - Palestine
Tel: +972 (0)2-274 3071
Fax: +972(0)2-276 7446
Mobile: +972(0)522 975 985
info@tentofnations.org
www.tentofnations.org

Montag, 27. April 2009

frustration must be relative

A few weeks ago I read in a blog, how it is to be Palestinian, I started to cry ... because I remembered how I felt when we had to leave Gaza, how frustrated I was, but I am not even Palestinian, imagine how it must be for mother being rejected to leave Cairo Airport ... but read it yourself, its rather long but kind of important for me: Raising Yousef and Noor: diary of a Palestinian mother

Sonntag, 18. Januar 2009

we will not go down



a unilateral ceasefire - what does that mean? Is it a tactic by the Israeli government to make the world believe that they are a the peace loving presidents and ministers? One has all ready been killed and several injured since the declaration of the ceasefire - so what is the difference?
I hope Hamas stops shooting but keeps its conditions for a long term ceasefire. Otherwise its gone be just a repetition of former plans.

Hoping for better days!

Samstag, 17. Januar 2009

Rabbi Yisroel Weiss on Fox News

Imagine Fox News and than such a message.
Rabbi Weiss even went to Iran. Listen to him.




sign a petition against the ongoing violence with avaaz

Mittwoch, 14. Januar 2009

In Basel

Ich bin seit Montag in Basel bei einem Praktikum bei IDEM. Es ist schön hier zu sein, viele Leute kenne ich, ich kann direkt über dem Büro bei einem Freund wohnen.
Viel Arbeit steht an, Öffentlichkeitsarbeit muss geleistet werden, Fundraising betrieben werden und Trainings organisiert werden. Nach einem ersten guten update was in der letzten Zeit geschehen ist und was in der nächsten Zeit ansteht hab ich gleich richtig angefangen heute. Hauptsächlich Emailarbeit bis jetzt, aber dass wird sich wohl in den nächsten Tagen auch nochmal ändern, wenn es mehr um konkrete inhaltliche Arbeit geht. Dann auch gerne mehr dazu.


Am 9.1.09 hatten wir ja noch unsere Mahnwache in Fulda für die Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Hamas und Israel. Wenn ihr auf das Bild klickt kommt ihr zu einem kurzen Bericht und Video von mir.




Ein meiner Meinung nach wichtiges Video. Man hört über die Bewegung der refusniks in Deutschland wenig bis nichts. Ich finde es wichtig sich auch diese Seite anzuschauen.


Freitag, 5. Dezember 2008

Gaza und Sderot auf arte




Ein interessanter Schriftverkehr zwischen verschiedensten Menschen don't say we did not know und noch weitere Einträge by Amos Gvirtz

Mittwoch, 26. November 2008

Children of Gaza

Wahrscheinlich wird es einige erschrecken dass ich ein solches Video von Aljazeera auf meinen Blog stelle. Ja ich verurteile Selbstmordatentatte gegen Zivilisten in Israel. Innerhalb der Waffenstillstandslinie von 67 gegen Militär bezeichne ich sie als Form des Wiederstands. Nicht dass ich hier irgendeine Form des Tötens rechtfertige oder für gut erkläre, aber welche Form des Wiederstands haben die Menschen die keine Armee haben, die sie beschützen kann, wenn viele gewaltfreie Aktionen zu nichts geführt haben. Ich weiß es ist ein verdammt schweres und kompliziertes Thema, aber dieser Film könnte ein klein wenig mehr Licht in die Art und Weise bringne, wie Kinder in Gaza aufwachsen.



Hier der zweite Teil des Videos, es geht mehr um Kinder und ihre Situation.

Montag, 24. November 2008

update about Gaza

Heute durften wieder einige LKW in den Gazastreifen, nach dem der internationale Protest in den letzten Tagen zu genommen hat. Aber verglichen mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen dort, ein Tropfen auf den heißen Stein.

Damit es nicht einseitig wird und ihr noch die Möglichkeit habt, andere Quellen anzuschauen, hier noch ein paar Links. Vor allem weil ich gestern einen wichtigen Aspekt ziemlich vergessen habe, den Ausschluss der Medien.

Dan Ming

Yasmin Alibhai-Brow writting for The Independent

a mother from Gaza

contemplating from Gaza

Sonntag, 23. November 2008

life under occupation

Leben unter Besatzung, hört man das Wort Besatzung noch in der Berichterstattung über Palästina in der ausländischen Presse? Ich kann mich nicht daran erinnern dass ich es in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe. Selbst zu einer Zeit, während die Zustände im Gazastreifen unbegreiflich werden, in Jerusalem und Umgebung Häuser zerstört werden und überall in der Westbank Menschen festgenommen werden (ca. 70 in diesem Monat)
Ein paar Worte zu der Situation in Gaza.
Seit dem 4.11.08 ist der 1,5 Mill. Menschen fassende Streifen von der Außenwelt quasi abgeriegelt. 30 LKWs mit Lebensmitteln und Medikamenten durften am 17.11.08 Grenzposten passieren. Vor der Blockade haben täglich ca. 1000 LKWs verschiedenste Produkte in den Gazastreifen gebracht.
Hier eine Tabelle von Oxfam, die den tatsächlichen Bedarf an Kraftstoff ermittelt der für den Verkehr, das Kraftwerk (zur Stromerzeugung) und Gas für privat und z.B. Bäckereiverbrauch benötigt wird.



Kraftstoff ist ein sehr wichtiger Punkt, denn ca. 33% des Stroms in Gaza müssen von einem Kraftwerk produziert werden, 7% des Bedarfs kommt aus Ägypten und 59% aus Israel. Da aber seit den letzten 19 Tagen nur einmal Kraftstoff in den Gazastreifen gebracht werden konnte, kam es gestern zum ersten kompletten Stromausfall im Shifa Krankenhaus, Gazas größtem Krankenhaus. Aufgrund eines Problems mit dem Notstromgenerator haben Beatmungsgeräte, Blutpumpen und ähnliche Geräte für die intensiv Medizin versagt. So mussten einige Patienten manuell beatmet werden. 160 Medikamente sind ausgegangen, 120 sind am zuneige gehen.

Mittlerweile sind alle Getreidevorräte aufgebraucht die zum Brot backen bestimmt waren. Es wird auf Getreide zurück gegriffen, was als Futtergetreide für Tiere bestimmt ist. 50% der Getreidemühlen haben geschlossen, weil es entweder keinen Strom oder kein Getreide mehr gibt.
UNRWA (UN Relief and Workers Agency for Palestinian Refugees in the Near East) sagt es wird innerhalb der nächsten Tage keine Lebensmittelvorräte mehr haben. Ca. 50% von Gazas Bevölkerung ist abhängig von der Lebensmittelverteilung der UN.

Die Zahlen sind von BBC Al Jazeera und Maan News

Genug Zahlen, das wichtigste ist allerdings, dass man sich daran erinnert, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht, sich ein Schicksal befindet. Für jeden LKW der nicht die Checkpoints passieren kann, stehen im Moment Menschen hungrig auf, wissen nicht wie sie Menschen im Krankenhaus versorgen sollen, wissen nicht wie sie Brot kaufen können, selbst wenn es welches gäbe, da sie keine Arbeit haben und damit kein Geld.

Das
Leben unter Besatzung aus persönlicher Sicht?
Zwei unterschiedliche Aussichten von dem Dach meiner Wohnung. Wahrscheinlich auf den ersten Blick nicht besonders, aber wenn man weiß um wessen Häuser es sich handelt, verändert sich die Perspektive.

Häuser von Siedlern, ca. 200m von Ramallah entfernt.



Häuser in Ramallah.



Warum
sage ich, dass es einen Unterschied zwischen Siedlungshäusern und Häusern in Ramallah gibt? Schaut euch die Karte an, bläuliche Farben sind Siedlungsflächen, braune Farben stehen mehr oder weniger unter Palästinensischer Kontrolle. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Palästinenser die größte Kontrolle hätten. Dem ist leider nicht so. Generell kommt die Armee nachts in die Städte und tut was immer sie will. Schaut man genauer hin, sieht man, dass es zwei bläuliche Schneisen von West nach Ost gibt, so dass es ein leichtes ist, die nördliche Westbank von der zentralen und diese von der südlichen abzuschneiden.
Wer die Karte in besserer Auflösung sehen möchte kann auf die Karte klicken und sie runter laden.



Was bedeutet das für mich? Es gibt eine ganze Menge Gebiete, in die ich nicht darf, weil ich mich mit palästinensischen Verkehrsmitteln bewege und diese sind an ihren grünen Nummernschildern erkennbar, die nicht in Siedlungsnähe dürfen. Abgesehen davon sind Siedlungen unter internationalem Recht illegal. Als Beleg dafür sollte man sich den Artikel 49 der vierten Genfer Konvention anschauen: "Die Besetzungsmacht darf nicht Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln." Wenn ihr sagt, dass ist aus dem Zusammenhang gerissen, dann schaut euch die Genfer Konvention selber an

Wenn wir schon bei offiziellem und internationalem Recht sind, dann hier auch noch UN Resolution 194 und 181 neben tausenden anderen. Resolution 194 versichert das "Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr oder Entschädigung". Die Resolution wurde auf der Generalversammlung am 11. Dezember 1948 verabschiedet. Resolution 181 beschreibt die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes für einen israelischen und einen palästinensischen Staat. Resolution 242 ist die folge Resolution zu 181 und fordert den Rückzug israelischer Streitkräfte aus (den) Gebieten, die im jüngsten Konflikt besetzt wurden, verabschiedet vom Sicherheitsrat am 22. November 1967.

Das mag theoretische klingen, aber was bedeutet das konkret für Menschen hier? Der Teilungsplan von 1948 in Resolution 181 hat ein Verhältnis von ca. 55% für Israel und 45% für Palästina vorgesehen. 1967 blieben von den 45% noch 22% für einen palästinensischen Staat übrig, mittlerweile sind aus diesen 22% je nach Quelle zwischen 10% und 15% geblieben, die für einen pal. Staat zur Verfügung stehen. Verständlicher weise ist so ein Staat nicht akzeptierbar, da viele der lebenswichtigen landwirtschaftlich genutzten Flächen unerreichbar oder mit Siedlungen bebaut sind.
Das führt zu den eigentlich leicht nachvollziehbaren Forderungen der Palästinenser, dass es keinen Staat geben kann, dessen Grenzen nicht der Waffenstillstandslinie von 1967 folgen. Die Endverhandlungen müssen einhergehen mit der Anerkennung der ethnischen Säuberung von 1948 die bis heute anhält, mit dem generellen Rükkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt und der Kontrolle von Land und Wasserrechten und der totalen Räumung der Siedlungen. Bevor diese Prinzipien, basierend auf internationalem Recht, nicht anerkannt sind, werden alle Verhandlungen zu dem führen, zu dem sie bis jetzt geführt haben. Zu einer "Normalisierung" der Besatzung und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen die hier Leben.
In der praktischen Umsetzung gibt es dann Möglichkeiten zu diskutieren, was man mit den Siedlungen macht, mit der Verwaltung des Wassers usw.

Ich bin gespannt was ein Staat wie Israel noch für Einfälle hat um das Leben seiner Einwohner und seiner Nachbarn schwerer zu machen. Die Äußerung von Livni über die Anti-Rassismus Konferenz der UN ist vielleicht ein deutliches Zeichen, um was für einen Staat es sich hier eigentlich handelt. maan news schreibt über ihre Äußerungen zu der Konferenz.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Eindrücke von den letzten Abenden

Wenig erfreuliches habe ich während den letzten beiden Abenden gehört.
Am Samstag war die Präsentation über palästinensische Gefangene noch merkwürdig unpersönlich, obwohl Sa'ad Nimmr selber mit 15 Jahren schon im Gefängnis war.
Gestern Abend haben dann zwei Freunde von mir berichtet, wie ihre Zeit im Gefängnis war. Einer hatte mehr oder weniger Glück, er war nur 6 Monate in administrativ Haft. Er hat sogar von den "guten" Seiten des Gefängnisses gesprochen. Man bekommt Essen, Bücher (obwohl zensiert, besser als keine) er konnte sich weiter bilden.
Trotzdem haben beide mit den krassen Verhörmethoden Bekanntschaft gemacht. Das erste was sie erzählten, war, dass sie in eiskaltes und anschließend in sehr heißes Wasser getaucht wurden, dass mehrere male hintereinander. Beide hatten aber nichts zu verbergen, wie wohl die meisten die in administrativ Haft gehalten werden, wozu dient sonst die administrativ Haft?
Die zweite Methode ist wohl noch schlimmer. Man kann sich das o, wenn man nicht den entsprechenden Gesichtsausdruck der Menschen sieht, die einem das erzählen. Es sind keine Einzelfälle wie mir alle versichern.
Man bekommt Handschellen angelegt, die Arme hinter dem Rücken, dann wird ein Seil daran befestigt und über eine Rolle an der Decke gelegt. Anschließend wird angezogen. Das heißt die Arme hinter dem Rücken hochgezogen, solange bis auf den Zehenspitzen steht. Wenn man also versucht die Arme zu entlasten, streckt man sich noch ein bisschen, bis die Zehenspitzen schmerzen, dann versucht man diese zu entlasten und sofort schmerzen die Arme wieder. Macht das mal ein paar Minuten, ihr werdet verrückt. Sie mussten so Stunden verbringen, nicht nur Minuten. Einer meinte, er stand 22 Stunden in dieser Position. Danach fühlst du nichts mehr.
Wenn man danach immer noch nicht bereit ist auszusagen, was man nicht getan hat, wiederholt sich das Spiel. Oft nur mit wenigen Stunden Pause dazwischen, gerade was nötig ist um neue Fragen im Verhörzimmer zu stellen.
Einer der beiden wurde mitten in der Nacht aufgeweckt, brutal geschlagen. Nach dem Verhör was keine Ergebnisse brachte wurde es am nächsten Tag nochmal versucht (er hat keine medizinische Behandlung in der Zwischenzeit bekommen). Im Verhörzimmer wurde sein Kopf auf den Tischgeschlagen, er war bewusstlos. Als er aufwachte war er im Krankenhaus in Ein Karem, in Jerusalem. Dies teilte ihm eine Krankenschwester mit, nach dem er sie fragte. Sie versuchte weiterhin Informationen aus ihm herauszubekommen, er konnte aber nichts sagen, da er nichts anzufangen wusste mit den Namen, die ihm aufgetischt wurden. Er war selbst im Krankenhaus an einem Arm und Bein an den Boden gefesselt, als ob er mit zertrümmertem Gesicht hätte fliehen können. Nach 4 Jahren und zwei Monaten wurde er entlassen. Die ganze Zeit war er in administrativ Haft die eigentlich auf 6 Monate angelegt ist.

Die zweite Geschichte die ich heute hörte, ist das noch erschütternder, ich weiß nicht, was ich solchen Menschen hier erwiedern soll, wenn sie mich fragen, warum ich hier bin. Das Argument, dass die Menschen und die Landschaft hier mag ist wenig zufriedenstellend für sie. Nichts desto trotz freuen sie sich, dass man ihnen zuhört.
2002 während der zweiten Intifade mussten sein 9 monatiger Sohn ins Krankenhaus. Seine Frau und er sind aus dem Haus gegangen und haben die Soldaten nicht gesehen, die um die Ecke standen. Seine Frau wurde mit zwei Schüssen in den Hinterkopf getötet, vor seinen Augen mit dem 9 monatigen Sohn in den Armen. Das letzte was sie sagte, war der Name von ihrem Mann. Ihr Mann hat überlebt, er hat einen Schuss in den seitlichen Hinterkopf und die Schulter bekommen. Er hatte Glück. Seine Frau war 21 und er damals ca. 28 Jahre. Es war ihr erstes gemeinsames Kind.

Vor einiger Zeit war dann noch im palästinensischen Gefängnis, er wusste nicht warum. Er vermutet, dass das israelische Militär gemeinsame Sache mit der palästinensischen Polizei macht. Diese hatte ihn knapp neben die Beinarterie zwischen den Beinen geschossen. Er war dann 40 Tage im palästinensischen Gefängnis, hat auf dem Steinboden geschlafen, mit einer Lage Zeitung unter sich. Tagsüber zum ersticken heiß (das Gefängnis ist in Jericho) und nachts zum erfrieren kalt.

Ihr mögt sagen, ja dass ist einer unter vielen. Stimmt! Und die Menschen in Darfur oder im Irak, in Afghanistan oder in den Favelas in Sao Paulo. Ja ihr habt recht, den gehts nicht viel besser, wenn nicht schlechter. Aber diese Menschen habe ich gesehen, mit einigen von ihnen habe ich Tag für Tag zu tun. Da gewinnt die ganze Problematik an Ausdruck und Persönlichkeit. Wir dürfen uns nicht abstumpfen lassen von den Zeitungs und Fernsehberichten, über Hungersnöte und Kriege. Wir müssen uns daran erinnern lassen, dass hinter Zahlen Menschenleben stehen/standen. Wir können was gegen diese Ungerechtigkeit tun, wir müssen es, dass steht in unserer Verantwortung. Und zwar jetzt, nicht morgen!

Um mit was schönen abzuschließen, es gibt mittlerweile bestimmt drei Familien die versuchen mich hier zu verheiraten :-) Mal sehen was daraus wird. Allerdings würde ich harte Bedingungen stellen, wie ich heute hörte. Die Frau müsste mir erlauben, auch mal zu kochen, dass wüssten sie nicht, ob das geht :-)

Gute Nacht

PS: Morgen brauche ich alle gedrückten Daumen für meine erste mündliche Prüfung!

Dienstag, 23. September 2008

Wall Tour

Am Sonntag den 21.09.08 haben wir mit "Stop the wall" eine Tour durch den westlichne Teil der Westbank gemacht. Von Ramallah sind wir zum Teil über die historische Straße von Ramallah nach Nablus gefahren, sofern dass möglich war. Oft ist diese alte Straße gesperrt, wenn überhaupt noch vorhanden oder durch Siedlerstraßen oder von USaid gebaute alternative Straßen ersetzt worden.
Gerade in den Dörfern in der Nähe der Mauer ist ca. 50% und z.T. mehr Land auf der westlichen Seite der Mauer und dmait für Palästinenser zum größten Teil unerreichbar.

Besonders erschütternd und unverständlich war die Situation in Jayous, dort kam X. her, der uns die ganze Situation erklärt hat. Er beschreibt von seinem Dorf, dass 75% des landwirtschaftlichen Landes quasi unerreichbar hinter der Mauer sind. Im Oktober fängt die Olivenernte an, die Oliven müssen gepflügt werden, damit die Familien etwas zum überleben haben. 75 Männer (zum großteil alte Männer) von 4000 Einwohnern des Dorfes haben eine Genehmigung das Tor zu nutzen um zu ihren Bäumen zu kommen. Bleibt nur die Frage, wie in unserem Fall der 85 jährige Vater von X der der Einzige in der Familie mit einer Genehmigung ist die Oliven pfücken kann?
Die Genehmigung bekam er auch erst, nach dem einige Botschaften beim israelischen Staat Beschwerde gegen das nicht Austellen einer Genehmigung eingelegt haben. Die Begründung der israelischen Behörden war, dass sein Sohn, X (der uns geführt hat) erst seine Tätigkeit bei der "Stop the Wall" Kampagne einstellen müsse, sonst gäbe es keine Genehmigung.

Hier ein Bild von X vor dem Tor.



Das Haus von Hani Amer. Umgeben von Zaun, Mauer und Siedlung nimmt er und seine Familie ein verdammt schweres Leben auf sich. Er hat horrende Geldsummen angeboten bekommen, um sein Haus zu verlassen, er hat nicht angenommen. Er hatte ein Gerichtsverfahren laufen, an dem er nicht teilnehmen konnte, da er keine Genehmigung bekommen hat, nach Israel zu gehen. Mittlerweile wird er von viele internationalen Organisationen unterstützt, damit er sein Land und Haus nicht verliert.

Ein Bild von dem Zaun und der Mauer, durch das kleine gelbe Tor rechts von der Mauer können er und sein Frau raus und rein, die Kinder müssen immer auf ein Elternteil warten.



Eine noch viel krassere Sache ist, dass die Siedlungen überall in der Westbank einen Großteil ihrer Abwässer einfach in die Natur fließen lassen. Oft ist die Natur in diesen Fällen das Tal in dem die Palästinenser ihr Gemüse oder ihre Olivenbäume anbauen, da es in den Tälern mehr Wasser gibt als auf den Bergen. Was mit den Nahrungsmitteln passiert, die durch Abwasser bewässert werden kann sich ja jeder selber ausmalen.



Jeden Tag müssen durch dieses Terminal 25.000 palästinensische Arbeiter nach Israel um einen geringen Teil des Lebensunterhalts ihrer Familien mittragen zu können. Gegen 2 und 3 Uhr nachts stellen sich die meisten Arbeiter an, um pünktlich zwischen 6 und 8 Uhr an ihrer Arbeitsstelle zu sein. Mit Magnetkarte und gespeicherten Fingerabdrücken müssen sie sich ausweisen. Wenn irgendjemand aus der Familie etwas "gegen die Sicherheit" von Israel unternimmt, verfällt die Genehmigung automatisch und man muss schauen wo man bleibt.



Wie immer gibt es weitere Bilder wenn man auf eines der Bilder klickt.

Montag, 22. September 2008

Demo

Freitag 19.9.08 war ich zu erstenmal bei einer Demo, in Ni'lin um gegen Landraub und den Mauerbau zu demonstrieren. Ich habe mich erstmal etwas abseits gehalten und von der entfernung zu geschaut. Mit der Zeit habe ich mich etwas weiter vorgetraut, dies war allerdings mit mehr oder weniger direktem Beschuss mit Tränengas verbunden. Keine schöne Erfahrung, aber zum Glück waren die Soldaten noch weit genung entfernt, so dass man nach dem der Schuss los ging nocht ein paar Sekunden Zeit hatte, den Tränengaskanister zu verfolgen und zu sehen, wo er hin fliegt. Hier ein paar Bilder.


Einige Tränengaswolken zwischen den Bäumen.



Ein Palästinenser mit seiner Flagge stehend in dem Symbol der Palis, einem Olivenbaum

Für mehr Bilder zu diesem Thema einfach auf eines der Bilder klicken, dann kommt ihr zu einem picasa album

Dienstag, 9. September 2008

Wochenende

Es ist schon wieder zwei Tage vorbei und es ist wieder viel passiert.
Wochenende bedeutet fuer mich im Moment Freitag und Sonntag, Samstag habe ich noch Vorlesung.
Am Samstag nach den ersten arabisch Stunden hab ich mich aufgemacht nach Harduf. Dort arbeitet eine Freundin von mir, die von zwei weiteren Freundinnen aus Fulda besucht wurde. Ich hatte den Weg echt nicht mehr so lange in Erinnerung. 4,5 Std. hab ich gebraucht, von meiner Hasutuer in Ramallah bis nach Harduf. Erst eine Stunde von Ramallah nach Jerusalem, der Checkpoint war ziemlich voll, sogar Spuerhunde haben einige Autos durchsucht. Ich durfte mit einigen alten Maennern und Frauen im Bus sitzen bleiben, waehrend alle anderen Aussteigen mussten und zu Fuss durch den Checkpoint gingen um danach wieder in einen Bus zu steigen. Schon ein komisches Gefuehl, dieses Auslaender sein, vorallem weil man immer wieder so herausgehoben wird. Sei es am Checkpoint, waehrend Ramadan mit den Essgewohnheiten oder in den Taxis. Naja so ist und ich trage ja auch meinen Teil dazu bei, denn ich bin ja auch einer. Ich versuche allerdings ein bisschen unauffaellig zu sein, z.B. was die Kleidung angeht.
So ist das halt, was soll man machen.
Naja der Weg weiter ueber Tel Aviv nach HArduf war wie immer angenehm, ein eiskalter Bus, in dem man fast erfroren ist.
In Harduf war es echt wieder gemuetlich, wie immer. Dort ist einfach Ruhe, man kann sich ausruhen, nette Leute around. Als wir abends den Blick ueber Haifa und andere Orte haben schweifen lassen habe ich mich mal wieder gefragt, was Freiheit aus macht. Ist es ein freier Blick, freie Bewegung, in der zur Sicherheit immer wieder dein Rucksack durchsucht wird und du mit einem Detektor abgesucht wirst? Freiheit fuer Gedanken? Die Moeglichkeit ueberhaupt an etwas anderes denken zu koennen als deine Sicherheit und dein taegliches Ueberleben. Ist es die Freiheit die es ausmacht, wenn man sich auf die Wiese legen kann, ohne T-shirt, vielleicht drausen schlafen kann, eine kurze Hose anziehen kann, mit allen Menschen, auf die man gerade Lust hat Karten zu spielen. egal ob Mann oder Frau. Befaehigt Bildung zu Freiheit? Wieviel Bildung brauche ich, um mich frei von Gesellschaft und anderen Bedingungen oder Grenzen zu machen?

Arabisch faengt an, vielleicht kann ich nachher weiter schreiben.

Heute, 10.09.08 komme ich nach Hause, die Tür ist abgeschlossen, mal wieder, ich höre Stimmen drinnen, komisch, ich klopfe. Min hada? - wer ist dort? - Lukas, ok, can you wait a second? Of course I can. Dann geht die Tür auf, das Kopftuch wird noch schnell richtig festgesteckt. Nada und Lana sind am Kochen, wow das riecht lecker. Haben sie das Kopftuch freiwillig aufgesetzt? Haben sie darüber nachgedacht als ich gekommen bin? Schränkt es sie ein? Ich glaube eigentlich nicht, sieht zumindest nicht so aus. Lana ist nicht oft in der Mosche, Nada schon, sie ist oft in Jerusalem während Ramadan. Beide sind sehr offen trotzdem weiß ich noch nicht sehr viel über sie. Sie haben für Imad und mich gekocht, wobei jeder andere wohl auch mitessen könnte, glaube ich. Als ich dann ein paar Teller von uns abgespühlt habe meinte Nada, warum ich das mache, sie würde das schon machen. Da hab ich gesagt, naja, ihr habt gekocht da kann ich doch ein biesschen abspühlen, oder? Ok meinte sie, aber es sei eigentlich nicht meine Aufgabe. Macht oder sagt sie das aus freier Entscheidung oder weil sie es so gelernt hat? Weil es Tradition so will? Selbst wenn, wenn es für sie ok ist, warum nicht? Müssen wir oder ich immer mit unserem freien Willen kommen? Vorgestern abend habe ich die ersten zwei Teile einer arabischen Serie für Ramadan vom Goethe Institut gesehen. Darin werden die internationalen Organisationen ein wenig auf die Schippe genommen. Auf der anderen Seite ist da einiges dran, Palästine und Israel ist der Landstrich auf der Erde, auf dem am meisten int. Organisationen und Internationale sind. Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Tatsache den Palästinensern die Möglichkeit nimmt, selber zu denken, eigene Initiativen und Projekte zu entwickeln, ihre Identität selbstständig zu entfalten und zu festigen. Also mit welchem Recht oder mit welchen Hintergedanken kann ich überhaupt Gedanken zur Freiheit der Menschen hier äußern ohne sie in ihrer Menschenwürde zu beschränken? Nur weil ich mich nicht so frei wie in Deutschland oder in Harduf fühle heißt das noch lange nicht dass die Menschen sich hier unfrei fühlen. Auf der anderen Seite ist es für viele Menschen hier schwer vorstellbar, warum wir jungen Leute aus der ganzen Welt freiwillig hier her kommen. Tuhen oder können wir das nur, weil wir wissen, dass wir nach kurzer oder längerer Zeit wieder nach Hause in die „alte“ Freiheit können?

Merkwürdig, ich stelle hier nur Frage um Frage, eigentlich bin ich hier her gekommen, um mehr Klarheit zu erlangen. Den Kurs „Frauen in arabischen Gesellschaften“ habe ich gewählt um mehr Klarheit über deren Rolle und deren Befinden zu bekommen. Statt dessen stelle ich Fragen. Ich weiß, es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten :-) Also wo ist der Punkt?

Klarheit durch Fragen? Fragen durch Klarheit!

Ist doch gut, dann gäbe es nicht so viele Missverständnisse zwischen Menschen, wenn mehr gefragt werden würde.